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Ursachen, Risikofaktoren und Formen

Demenz ist keine typische Alterserscheinung, es ist eine Krankheit die typischerweise im höheren Lebensalter auftritt.

Bei dem Krankheitsbild einer Demenz handelt es sich um ein Syndrom infolge einer chronischen oder fortschreitenden Erkrankung des Gehirns. Es finden Veränderungen der Nervenzellen oder Nervenzell-Verbindungen statt, oder sie werden gänzlich zerstört. Ein Syndrom beschreibt immer eine Gruppe von Symptomen (Krankheitszeichen). Zu den Hauptmerkmalen einer Demenz zählen die Abnahme der Gedächtnisleistung sowie die Verminderung des Denkvermögens. Im Verlauf der Erkrankung können weitere Fähigkeiten, zum Beispiel die Sprache, der Orientierungssinns oder die Aufmerksamkeit betroffen sein. Neben den geistigen (kognitiven) Einschränkungen kommt es zu Veränderungen des Sozialverhaltens, der Motivation und des Antriebes, sowie des emotionalen Erlebens der Wirklichkeit. Die Ausprägung der einzelnen Symptome kann dabei sehr unterschiedlich sein, dennoch führen sie dazu, dass der Alltag nicht mehr wie gewohnt selbstständig gelebt werden kann. Für die klinische Diagnose einer Demenz müssen die Hauptmerkmale, also die Abnahme der Gedächtnisleistung und die Verminderung des Denkvermögens mindesten sechs Monate bestehen.

Ursachen der Demenz

Die Ursachen der Demenzerkrankung sind recht vielfältig. Wie bereits oben beschrieben handelt es sich um ein Syndrom welches als Folge verschiedener Erkrankungen auftreten kann. Festzuhalten ist, dass die Entstehung einer Demenz immer mit der Zerstörung und dem Absterben von Nervenzellen im Gehirn verbunden ist. Dies führt dann wiederum zu Einschränkungen und Funktionsverlusten in der betroffenen Hirnregion. Da die verschiedenen Hirnregionen für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind, ist das Erscheinungsbild der Demenz sehr individuell und abhängig davon, in welchen Hirnregionen es zu Veränderungen oder dem Verlust von Nervenzellen kommt.

Folgende Ursachen sind bis jetzt bekannt:

    1. Der größte Teil der Demenzen wird durch Krankheiten im Gehirn hervorgerufen, wobei in den betroffenen Gehirnregionen Nervenzellen zerstört werden. Die bekannteste und weitverbreitetste Krankheit ist die Alzheimer-Krankheit.
    2. Ein weiterer großer Teil der Demenzen wird durch Veränderungen der Blutgefäße, welche das Gehirn versorgen hervorgerufen. Häufig kommt es in Folge von Bluthochdruck, Diabetes Mellitus oder Rauchen zu einer Verengung der Blutgefäße, wodurch Teile des Gehirns nichtmehr ausreichend mit Blut versorgt werden. Dies führt wiederum dazu, dass Nervenzellen absterben. Es wird in diesem Zusammenhang von der vaskulären Demenz gesprochen.
    3. Ein deutlich geringerer Teil der Demenzen kann auf neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder die Chorea-Huntington-Krankheit zurückgeführt werden. Ebenso verhält es sich mit Infektionen, Schädelhirnverletzungen, Vitaminmangelzustände, Blutungen, Stoffwechselkrankheiten oder dem übermäßige Alkoholkonsum. Sie können die Ursache einer Demenz sein, machen jedoch nur einen kleinen Teil der Demenzerkrankungen aus.

 

Risikofaktoren:

  1. Hohes Lebensalter
  2. Depressionen
  3. Schädelhirnverletzungen
  4. Übermäßiger Tabak- und Alkoholkonsum
  5. Faktoren welche die Entstehung von Gefäßkrankheiten begünstigen:
    1. Bluthochdruck
    2. Diabetes mellitus
    3. Übergewicht
    4. Erhöhte Cholesterinwerte

Ist eine Demenzerkrankung vererbbar?

Das Risiko allein aufgrund genetischer Faktoren an einer Demenz zu erkranken ist extrem gering. Bei der Alzheimer-Krankheit, welche Zahlenmäßig den größten Teil der Demenzen verursacht, können weniger als 2% der Erkrankungen auf die erbliche Form zurückgeführt werden. Aufgrund der Tatsache, dass es weder eine vorbeugende Behandlung gibt, welche die Entstehung einer Demenz verhindert und ebenso wenig eine Behandlung existiert, welche die Erkrankung heilen kann, werden vorsorgliche Gentests nicht empfohlen.

Formen der Demenz

Alzheimer-Demenz

Bei der Alzheimer Demenz kommt es zum unbemerkten Absterben von Nervenzellen und Nervenzellverbindungen. Zum einen bilden sich aufgrund von zwei unterschiedlichen Proteinen Ablagerungen (Plaques) außerhalb der Nervenzelle. Zum anderen werden bestimmte Botenstoffe, welche für die Informationsweiterleitung verantwortlich sind, nicht in ausreichendem Maße produziert. Die Folge ist das Absterben von Nervenzellen vor allem in Bereichen des Gehirns, die für das Gedächtnis, die Informationsverknüpfung, die Sprache und den Orientierungssinn verantwortlich sind.

Vaskuläre Demenz

Diese Form der Demenz entsteht aufgrund von Veränderungen der Blutgefäße im Gehirn. Dabei handelt es sich meistens um Verengungen der hirnversorgenden Blutgefäße, sodass es zu einer Unterversorgung der Nervenzellen kommt. Ebenso kann die Ablagerung eines kleinen Eiweißbausteins dazu führen, dass die Gefäßwände durchlässig werden und es zu kleinen Blutungen im Gehirn kommt, wodurch ebenfalls Nervenzellen und Nervenfasern geschädigt werden. Die Folge sind Unterbrechungen der Informationsweiterleitung, sodass die Aufmerksamkeit herabgesetzt ist. Ebenso kann es zu einer Verlangsamung der Denkprozesse kommen, aber auch zu Sprachproblemen und Stimmungsschwankungen.

Lewy-Body-Demenz

Die Lewy-Body-Demenz entsteht, da sich Eiweißteilchen (Lewy-Body) im Zellinneren der Nervenzellen zusammenballen und so zum Untergang der Nervenzellen führen. Zu Beginn sammeln sich die Lewy-Bodys bevorzugt in Nervenzellverbänden unterhalb der Großhirnrinde ab, sodass es zu Störungen im motorischen Bereich kommt. Das heißt, dass es zu Einschränkungen in der Steuerung der Bewegungsabläufe kommt. Später können sich diese Ablagerungen auf weitere Bereiche des Gehirns ausbreiten, sodass auch Einschränkungen im Bereich des Gedächtnisses und der Handlungsfähigkeit auftreten können.

Frontotemporale Degeneration

Auch bei dieser Form der Demenz gehen Nervenzellen aufgrund von Eiweißablagerungen verloren, vorrangig im Bereich des Stirn- und Schläfenlappens. Die Frontotemporale Degeneration ist vor allem durch Veränderungen der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens geprägt. Menschen mit einer solchen Form der Demenz fallen in erster Linie nicht durch Orientierungslosigkeit oder Vergesslichkeit, sondern durch veränderte zwischenmenschliche Verhaltensweisen auf.
Angaben zur prozentualen Verteilung der einzelnen Demenzformen schwanken innerhalb der Literatur erheblich. Allen gemein ist allerdings, dass die Alzheimer-Krankheit die häufigste Ursache der Demenz darstellt, gefolgt von vaskulären Ursachen. Ca. 50 – 70% der Demenzerkrankten sind somit der Alzheimer-Demenz zuzuordnen, weitere 15 – 25% der Erkrankten haben nach klinischen Kriterien eine vaskuläre Demenz.¹

1. Deuschl G, Maier W et al. S3 – Leitlinie Demenzen. 2016. In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Hrsg. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online verfügbar hier. [13.02.2017]